Verkehrskonzepte der Zukunft

In seinem Beitrag „Verkehrskonzepte der Zukunft“ zur Arena Zukunftsstadt des 9. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik mit dem Thema „Städtische Energien – Integration leben“ sprach Prof. Tobias Walliser vom LAVA (laboratory for visionary architecture) über Visionen von Mobilitäts- & Verkehrskonzepten in Städten der Zukunft.

Zum Einstieg in seinen Vortrag betrachtete Walliser große Boulevards, welche aus einem Bedürfnis nach Mobilität entstanden sind. Als Beispiel für Fortschritt durch Automobilmobilität nennt Walliser Dubai, dessen Fortschritt erst durch die Automobilität möglich wurde.
Boulevards und Autobahnen schaffen jedoch eine Schneise, welche nicht nur verbindet, sondern ebenso auch trennt.

Integration statt Trennung von Mobilitätsmodalitäten

Als Symbol für eine (verfehlte) Implementierung von Verkehrskonzepten der Zukunft betrachtete Walliser die Stadt Masdar, die für nachhaltige Stadtentwicklung das Symbol sein wollte, welches der Eiffelturm für die industrielle Entwicklung war. In Masdar sind die Mobilitätsmodalitäten Benzin und Elektro getrennt. Trotz des geringen Alters der Stadt ist dieses jedoch schon vom technischen Fortschritt (beispielsweise Hybriden) überholt.

Nach Wallisers Sicht reicht es nicht nur Mobilität zu organisieren, sondern dieses muss Energie ebenso mit einschließen. Dezentrale Energieversorgung darf ihm nach nicht alleine gedacht werden, sondern muss ebenso ein Ökosystem sein.
Ein Problem des Infrastrukturwandels, insbesondere im Bezug auf digitalen Fortschritt, liegt Wallisers Ansicht nach auch darin, dass dieser sich sehr schnell vollzieht, Infrastruktur aber auf lange Zeit ausgelegt ist, und sich schnell überholt. Darum ist es kritisch, dass Infrastruktur nicht als Ganzes gleichzeitig reformiert wird.

Kommunikation & Raumnutzung

Weiterhin plädiert Walliser dafür, dass die Begriffe der Mobilie und Immobilie nicht mehr getrennt voneinander betrachtet werden. Für ihn ist es viel interessanter zu betrachtet was womit kommuniziert. Dieses gilt insbesondere für Verkehrsteilnehmer untereinander.
Einen Anhaltspunkt für eine Veränderung der Denke sieht er daran, dass sich die Mobilitätsfrage von der Frage “Wie viele Autos können sich durch eine Strasse bewegen?” im 20. Jahrhundert zu der Frage “Wie viele Menschen können sich durch eine Strasse bewegen?” im 21. Jahrhundert gewandelt hat.

Wo viele Menschen im autonomen Fahren die Transformation von Autos zu privaten Räumen sehen, findet Walliser die Entwicklung interessanter, dass durch das autonome Fahren Verkehrsraum einsparbar ist. Hierdurch werden neue Flächen geschaffen, die durch die Stadtgesellschaft genutzt werden können, und die Frage wie Flächen vielseitig nutzbar sind, stehen im Vordergrund.

Mobilität aus Sicht der Städte denken

Verkehr ist für Walliser nicht ohne andere Aspekte wie beispielsweise Lebensqualität und Energie zu denken. Akzeptant neuer Entwicklung wird nach Walliser dadurch geschaffen, dass von der Stadt aus statt von der Technik aus gedacht wird.
Das Beispiel von Masdar lehrt Wallisers Ansicht nach, dass Städte weniger aus Regeln gedacht werden sollten. Entscheidend ist für ihn eine Nutzungsvielfalt, sowohl für die Entwicklung von Stadt und Quartier, als auch für den Verkehr.

 

Wir sagen: Erfolgreiche integrierte Mobilität muss auch Wissen & Dialog einbinden. Hierfür sind wir bekannt.

 

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Online information and data monitor on sustainable mobility solutions for EU, regional and local authorities.

A new, innovative and economical way in national, regional and local authorities decision making, is  to identify and monitor trends

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