Megatrends und nachhaltige Zukunftsmärkte – Mobilität als Dienstleistung

Den Auftakt zur Arena Zukunftsstadt des 9. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik mit dem Thema “Städtische Energien – Integration leben” bildete Klaus Burmeister vom foresightlab mit seinem Vortrag “Megatrends und nachhaltige Zukunftsmärkte”.

Ihn interessieren weniger die Megatrends, die allem voran ein Technologiefeld hypen und die Technologie in das Zentrum der Aufmerksamkeit stellen. Viel interessanter findet Burmeister eine integrierendere und systematischere Perspektive, und sieht unter dieser einen Paradigmenwechsel in der Wertschöpfung. So sieht er in der Mobilität eine Verlagerung von der Wertschöpfung an Fahrzeugen hin zur Mobilität als Dienstleistung, in der Energieversorgung eine Wendung zur Dezentralisierung und in der Medizin eine Tendenz hin zur individualisierten Medizin. Viel Potential für neue Geschäftsmodelle sieht er weiterhin im Internet of Things.
In der Sprache über technologischen Wandel beobachtet er, dass viel über Sicherheit, Resilizen und Robustheit von Systemen geredet wird.

Individualisierung & Kleinserien

Beispiele für diese Tendenzen sieht Burmeister im Bereich der Automobilindustrie in dem Projekt Strati von local motors, einem 3D-gedrucktem Auto, welches das klassische Geschäftsmodell der Automobilindustrie in Frage stellt. So sieht local motors den Weg von Mega- / Gigafabriken hin zu Mikrofabriken, und plant weltweist 100 Kleinstfabriken zu errichten.

Auch im Bereich der Industrie 4.0 sieht Burmeister die Tendenz, dass Kleinserien kundenindividuell hergestellt werden können.

Digitale Transformation von Geschäftsprozessen

Als das eigentliche hinter dieser Tendenz sieht Burmeister die digitale Transformierung von Geschäftsprozessen. Auch in der Gesundheit sieht diese Tendenz, insbesondere im Bereich der cognitive computing. Als Beispiel hierfür sieht er Watson, eine künstliche Intelligenz, die Gesundheitsdaten auswertet und Therapievorschläge macht. Für Burmeister steht Watson exemplarisch für etwas, das digitale Transformation begleitet. Watson stellt somit einen Prototypen für die Automatisierung von Wissen dar, also die Tendenz, dass immer mehr menschliche, insbesonders mittelqualifizierte, Arbeit automatisiert wird. Hierfür sieht Burmeister Beispiele in Verwaltung, Medizin, Patentrecht und vielen weiteren Bereichen.

Bezüglich der These, dass Arbeit die Gesellschaft konstituiert, stellt sich nun angesichts der von Burmeister geschilderten Entwicklungen die Frage wie Arbeit dann (als Sinnstiftung und Organisationsform der Gesellschaft) gestaltet werden kann. Diese Entwicklung führt ihn zum Begriff der Shared Economy, welche lokalisiert das was durch globalisierte Wertschöpfungsketten wegfällt wieder ausfüllt.

Kooperative Systeme statt Konkurrenz

Den Paradigmenwechsel durch digitale Transformation sieht Burmeister auch darin, dass zu kooperativen Systemen übergegangen wird, oder werden muss. So sieht er einen Wandel im Denken vom abgeschlossenen Unternehmen zu einem Business Ecosystem, von Einzelmärkten zu Querschnittsmärkten und von inkrementellen Innovationen zu neuen Systemen, also Umbrüchen großer Natur.

Von der Unternehmensseite spiegelt sich dieses darin wieder, dass die Auswertung von Daten wertschöpfend ist, sowie dass um ein Produkt herum Dienstleistungen entstehen (müssen).

Hier sieht interpretiert Burmeister die Paradigmenwechsel hin zu brachenübergreifendem Kooperationsmanagement, welches insbesonders die Schnittstellen zu Kunden verwaltet, und einen Wandel von partikularer zu ganzheitlicher Innovation.

Lokalität, Dezentraisierung & urbane Teilhabe

Für die Zukunftsstadt bedeutet der Paradigmenwechsel für Burmeister vor Allem einen Ausbau der Lokalität, der dezentralen Produktion, der urbanen Teilhabe und der resilienten Infrastrukturen, welche vor Allem lern-, widerstands- und anpassungsfähig sein müssen.
Für ihnen liegt ein besseres Verständnis der aktuellen und zukünftigen Entwicklungen vor Allem im integrativen systematischen Verständnis statt im Verfolgen von Megatrends.

 

 

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In seinem Beitrag "Verkehrskonzepte der Zukunft" zur Arena Zukunftsstadt des 9. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik mit dem Thema "Städtische Energien - Integration

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