Diskussion: Arena „Zukunftsstadt“

Zur Diskussion der  Arena Zukunftsstadt des 9. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik mit dem Thema „Städtische Energien – Integration leben“, lud Hilmar von Lojewski die Teilnehmer der Arena ein mit den Referenten Klaus BurmeisterHerbert DreiseitlTobias Walliser und Bernd Tischler über die Städte der Zukunft zu diskutieren.

Zum Auftakt der Diskussion wurde aus dem Publikum angemerkt, dass Partizipation alleine nicht ausreiche, sondern auch Aktivierung passieren müsse, die aber weiter weg liegt, und oft nicht berücksichtigt würde, eine Anmerkung, der alle Referenten zustimmten.

Suffizienz statt Technikgläubigkeit

Zur Kritik einer Technikgläubigkeit á la “höher, schneller, weiter” aus dem Publikum, merkte Klaus Burmeister an, dass es wichtig ist, dass sich Menschen in Städten über Ziele unterhalten können müssen, also in einen Dialog treten können. Dieser würde dann in Anschlussstellen anderer Mobilität enden. Ebenso wichtig fand Burmeister die Frage wie Lernfähigkeit in bestehende Strukturen integriert werden kann.

Massenleistungsfähigkeit von Mobilitätssystemen

Eine weitere Frage aus dem Publikum bezog sich auf die Massenleistungsfähigkeit von Mobilitätssystemen, da Nachfragespitzen aufgrund von Verkehrsbedürfnissen weiterhin bleiben werden.
Zum Umgang mit diesem Problem merkte Dreiseitl an, dass sich mehr Konzentration, Überlagerung und Vielfalt ergeben muss um mit stattfindender Verdichtung umzugehen. Seiner Ansicht nach benötigen Stadträume mehr Funktionen, und die Lebenswertigkeit spielt eine große Rolle. Als Beispiel hierfür nennt er urban garderning, welches vielmehr ein Erlebnis als eine Nahrungsquelle ist. Für ihn liegt die Lösung jedenfalls nicht im “höher, schneller, weiter”, sondern darin mehr Vielfältigkeit und Aktivität zu schaffen.

Hilmar von Lojewski stellte die Frage wie mit der in den Vorträgen angerissenen Paradigmenwechsel im Bezug auf Automobilhersteller umgegangen werden sollte.
Hierzu merkte Walliser an, dass autonome Autos den ÖPNV nicht ersetzen können, sondern Verkehrsmittel anders gedacht werden müssen. Die Frage, die sich ihm stellt, ist in welchen Kategorien gedacht werden muss. Exemplarisch für das (alte) Denken war aus seiner Sicht wie mit dem Google self-driving car umgegangen wurde, da dieses lächerlich gemacht wurde, bis gemerkt wurde, welches Potential sich in diesem verbirgt.

Andersdenken von Raumnutzung

Anschließend darauf merkte Lojewski an, dass Raum nicht nur unter Bedingungen des technischen Wandels anders genutzt müsste. Walliser bemerkte hierzu, dass es gut ist, wenn dies regulativ funktioniert, aber dass dieses Mittel historisch zu langsam ist, und dass er es für wahrscheinlicher hält, dass dies durch Technologie gelöst wird.

Die nächsten Fragen richteten sich zum Einen darauf wie Konzepte für Kleinstädte aussehen könnten, zum Anderen zur Organisation von Mobilität mittels Bürgerbeteiligung. Hintergrund dieser Frage war, dass in der Industrie neue Produkte zur Mobilität mit hoher Dynamik entwickelt werden, aber hierbei der Einbezug der Bürger nicht gegeben ist, und sich diese irgendwie in den Prozess einzuklinken.

Hierauf merkte Klaus Burmeister an, dass es in unserer Gesellschaft vielfältige Möglichkeit dazu gäbe. Er lud dazu ein wahrzunehmen was sich ergibt, und ‘good practices’ zu teilen. Er mahnte, dass dies nur funktioniert, wenn Akteure mit eigenen Interessen dahinter stehen.

Kleinstädte als Innovationsadaptierer

Zu Frage der Kleinstädte merkte Lojewski an, dass Städte mit etwa 100.000 Einwohners das größte Innovations-, sowie schnelles Umstellungspotential hätten. Als Leiter des Dezernats Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen und Verkehr des Deutschen Städtetages bemerkte er, dass das Thema Mobilität für die Peripherie ein intensives Thema für den deutschen Städtetag ist.
Ein größeres Problem sieht er jedoch in der Gefahr der Exklusion von neueren Formen der Mobilität der 40% nicht internetaffinen Bürger.

Mobilitätssysteme & Experimentierräume

Walliser merkte an, dass Mobilität nun über Systeme funktioniert. Städte müssen in den Dialog mit dem Bürger kommen, die Nachfrage herauskristallisieren und dann den richtigen Verkehrsmix finden. Eine hierauf aufbauende Aufgabe ist dann ein attraktives Angebot für den ÖPNV zu finden.

Tischler lud ein, gute Ideen auf andere Städte und Landkreise zu übertragen. Für ihn ist es wichtig, dass Experimentierräume geschaffen werden, und dann geschaut werden kann wie diese Experimente ausgehen.

 

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Megatrends und nachhaltige Zukunftsmärkte – Mobilität als Dienstleistung

Den Auftakt zur Arena Zukunftsstadt des 9. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik mit dem Thema "Städtische Energien - Integration leben" bildete Klaus

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